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Narbe am Hinterkopf nach einer Haartransplantation: Wie sie sich kaschieren lässt

vor 6 Tagen
8 Min. Lesezeit

Wer vor Jahren eine Haartransplantation mit der Streifenmethode hatte, trägt am Hinterkopf oft eine feine, waagrechte Narbe von einem Ohr zum anderen. Solange die Haare darüber lang genug sind, fällt sie nicht auf. Erst wenn ein kurzer Schnitt gewünscht ist, der Wind die Haare teilt oder die Narbe sich mit der Zeit verbreitert hat, wird sie zum Problem. Für solche Narben gibt es mehrere Wege, von der Haarpigmentierung über das Einsetzen von Haarwurzeln bis zur chirurgischen Korrektur. Welcher davon passt, hängt vor allem von Breite, Beschaffenheit und Umgebung der Narbe ab.

Dieser Artikel erklärt, wie Narben am Hinterkopf nach einer Haartransplantation entstehen, warum manche schmal bleiben und andere breiter werden und welche Möglichkeiten es gibt, sie unauffälliger zu machen. Er beschreibt auch, wo die Grenzen der einzelnen Verfahren liegen und worauf bei der Planung zu achten ist.


Mann mit kurzem dunklem Haar im dunklen T-Shirt im Profil vor dunklem Hintergrund mit seitlichem Licht, Symbolbild zum Thema Narbe am Hinterkopf nach Haartransplantation, Haarpigmentierung, Narbenkorrektur


Wie Narben am Hinterkopf entstehen

Bei jeder Haartransplantation werden Haarwurzeln aus dem Spenderbereich am Hinterkopf entnommen. Wie sichtbar die Spuren dieser Entnahme später sind, hängt vor allem von der Technik ab. Grundsätzlich gibt es zwei Verfahren, die sehr unterschiedliche Narben hinterlassen: die Entnahme eines Hautstreifens und die Entnahme einzelner Follikeleinheiten. Beide werden bis heute eingesetzt.


Die Narbe nach der Streifenmethode

Bei der Streifenmethode, auch FUT genannt, wird ein schmaler Hautstreifen mit Haaren aus dem Hinterkopf herausgeschnitten. Die Wundränder werden anschließend vernäht, und der Streifen wird unter dem Mikroskop in einzelne Grafts zerlegt. Zurück bleibt eine lineare Narbe, die je nach Länge des Streifens von einer Kopfseite zur anderen reichen kann. Bei guter Heilung ist sie nur wenige Millimeter breit.

Nicht jede Narbe bleibt jedoch schmal. Wurde der Streifen breit entnommen, stand die Naht unter Spannung oder neigt die Haut zu überschießender Narbenbildung, kann sich die Narbe in den Monaten nach dem Eingriff verbreitern. Manchmal entsteht ein deutlich sichtbarer heller Streifen ohne Haare. Auch mehrere Eingriffe mit der Streifenmethode hintereinander erhöhen das Risiko einer breiteren Narbe.


Narben nach der Einzelentnahme

Bei der Einzelentnahme werden die Haarwurzeln mit feinen Hohlnadeln einzeln entnommen. Statt einer langen Narbe entstehen viele winzige, punktförmige Narben, die über den Spenderbereich verteilt sind. Bei sorgfältiger Technik und einer begrenzten Entnahmemenge sind sie im kurzen Haar kaum zu sehen. Auch sie sind allerdings Narben, die das Haar nicht vollständig ersetzt.

Wurde zu viel oder zu dicht entnommen, wirkt der Hinterkopf ausgedünnt und fleckig. Sehr große Hohlnadeln hinterlassen außerdem größere helle Punkte. Diese Überentnahme ist besonders schwierig zu korrigieren, weil gerade dort Haare fehlen, wo sie für eine Korrektur benötigt würden. Sie zeigt, wie wichtig eine vorausschauende Planung der Spenderreserve von Anfang an ist.


Wann eine Narbe zum Problem wird

Viele Männer leben jahrelang problemlos mit einer Narbe am Hinterkopf, weil sie die Haare darüber etwas länger tragen. Zum Problem wird sie, wenn sich die Gewohnheiten ändern. Ein kurzer Haarschnitt, der Wunsch nach einem Übergang mit der Maschine oder die Entscheidung, die Haare ganz kurz zu tragen, legen die Narbe frei. Auch beim Sport oder im Schwimmbad wird sie sichtbar.

Ein zweiter Anlass ist das Fortschreiten des Haarausfalls. Werden die Haare am Hinterkopf mit den Jahren selbst etwas dünner, deckt das umliegende Haar die Narbe weniger gut ab. Was früher verborgen war, scheint nun durch. Auch das Ergrauen kann den Kontrast verändern, weil helles Haar die helle Narbe weniger gut kaschiert als dunkles Haar auf dunkler Kopfhaut.

Schließlich spielt die eigene Wahrnehmung eine Rolle. Manche Patienten empfinden eine objektiv schmale Narbe als sehr störend, andere tragen eine deutlich sichtbare Narbe gelassen. Für die Wahl eines Verfahrens ist deshalb nicht nur der Befund entscheidend, sondern auch die Frage, wie die Haare künftig getragen werden sollen und wie unauffällig die Narbe dafür sein muss.


Haare länger tragen und einfache Lösungen

Die einfachste Lösung ist oft die naheliegendste. Werden die Haare am Hinterkopf auf eine Länge von einigen Zentimetern gehalten, verschwindet eine schmale Narbe in den meisten Fällen vollständig. Ein guter Friseur, der die Narbe kennt, kann den Schnitt so anlegen, dass die Haare darüber fallen. Für viele Patienten genügt das, und ein weiterer Eingriff ist nicht nötig.

Ergänzend können Streuhaar oder farbige Puder den Kontrast zwischen Narbe und Haar verringern. Sie wirken nur vorübergehend und müssen nach jeder Haarwäsche erneuert werden. Bei Wind, Regen oder Sport stoßen sie an ihre Grenzen. Für einen dauerhaft kurzen Haarschnitt reichen diese Mittel deshalb meist nicht aus, zur Überbrückung können sie aber hilfreich sein.

Wer die Narbe zunächst nur beobachten möchte, kann auch mit der Länge experimentieren. Ein Schnitt, der am Hinterkopf schrittweise etwas kürzer wird, zeigt, ab welcher Länge die Narbe sichtbar wird. Diese Erfahrung ist für die spätere Planung wertvoll. Sie hilft einzuschätzen, welche Frisur ohne weitere Behandlung möglich ist und ab wann eine Behandlung sinnvoll wäre.


Haarpigmentierung: die Narbe optisch einfügen

Bei der Haarpigmentierung werden feine Farbpunkte in die oberste Hautschicht eingebracht. Sie ahmen die Haarstoppeln eines kurz rasierten Kopfes nach. Auf eine helle Narbe aufgetragen, lassen sie diese mit der umgebenden, kurz geschnittenen Haarfläche verschmelzen. Die Narbe selbst bleibt bestehen, sie fällt aber nicht mehr als heller Streifen auf, sondern fügt sich in das Gesamtbild ein.


Wie die Pigmentierung in Narbengewebe wirkt

Narbengewebe nimmt Farbe anders auf als gesunde Haut. Es ist fester, schlechter durchblutet und oft heller. Deshalb wird die Pigmentierung in einer Narbe meist vorsichtiger und in mehreren Sitzungen aufgebaut. Zwischen den Sitzungen braucht die Haut einige Wochen Ruhe, damit sich beurteilen lässt, wie die Farbe angenommen wurde und wo nachgearbeitet werden muss.

Voraussetzung ist eine ausgereifte Narbe. Frische Narben sind noch gerötet und verändern sich über viele Monate. Eine Pigmentierung sollte deshalb frühestens beginnen, wenn die Narbe blass und stabil geworden ist, was oft ein Jahr oder länger dauert. Auch erhabene oder stark verhärtete Narben eignen sich weniger gut und brauchen manchmal zunächst eine eigene Behandlung.

Am besten wirkt die Haarpigmentierung, wenn die Haare in der Umgebung sehr kurz getragen werden. Dann entsteht ein einheitliches Bild aus echten Stoppeln und gesetzten Punkten. Bei längeren Haaren kann sie den Kontrast in der Narbe verringern, sodass die Haare darüber weniger perfekt liegen müssen. Die Farbe verblasst mit den Jahren etwas und kann bei Bedarf aufgefrischt werden.


Haarwurzeln in die Narbe einsetzen

Eine andere Möglichkeit ist, Haarwurzeln direkt in die Narbe zu verpflanzen. Dazu werden Grafts einzeln aus dem Spenderbereich entnommen, wie bei der FUE-Haartransplantation, und in kleine Kanäle im Narbengewebe gesetzt. Wachsen sie an, bringen sie echte Haare in den hellen Streifen und unterbrechen ihn. Bei schmalen bis mittelbreiten Narben kann das sehr wirkungsvoll sein.


Wie viele Grafts in einer Narbe anwachsen

Narbengewebe ist allerdings schlechter durchblutet als gesunde Kopfhaut. Deshalb wachsen in einer Narbe meist weniger Grafts an als in normaler Haut, und die Dichte bleibt oft geringer. Häufig wird zunächst eine kleinere Sitzung durchgeführt, um zu sehen, wie das Gewebe reagiert. Je nach Ergebnis folgt eine zweite Sitzung, um die Dichte zu erhöhen.

Jedes Graft, das in die Narbe gesetzt wird, fehlt an anderer Stelle der Spenderreserve. Bei Patienten, die bereits mehrere Eingriffe hatten oder deren Spenderbereich ausgedünnt ist, muss deshalb genau abgewogen werden, ob die Grafts in der Narbe oder an einer sichtbareren Stelle vorne besser eingesetzt sind. Oft ist eine Kombination mit einer Haarpigmentierung die sparsamere Lösung.

Nach dem Einsetzen in eine Narbe gilt dieselbe Nachsorge wie nach jeder Transplantation. Die Grafts brauchen in den ersten Tagen Schutz vor Reibung und Druck, die eingesetzten Haarschäfte fallen nach einigen Wochen aus, und die neuen Haare wachsen ab dem dritten oder vierten Monat. Das endgültige Ergebnis in der Narbe lässt sich nach etwa einem Jahr beurteilen.


Die chirurgische Narbenkorrektur

Bei breiten Narben kommt eine chirurgische Korrektur in Betracht. Dabei wird die Narbe herausgeschnitten und die Wunde neu verschlossen. Eine spezielle Nahttechnik, bei der ein Wundrand leicht abgeschrägt wird, erlaubt es den Haaren, später durch die neue Narbe hindurchzuwachsen. Dadurch wird sie weniger sichtbar als die ursprüngliche Narbe.

Diese Korrektur setzt voraus, dass die Kopfhaut am Hinterkopf ausreichend beweglich ist. Ist die Haut nach einem früheren Eingriff sehr straff, steht die neue Naht wieder unter Spannung, und die Narbe kann sich erneut verbreitern. Dann ist der Gewinn gering oder das Ergebnis sogar schlechter als zuvor. Eine sorgfältige Untersuchung der Hautspannung ist deshalb vor jeder solchen Entscheidung notwendig.

Nach einer chirurgischen Korrektur braucht die neue Narbe mehrere Monate, um auszureifen. In dieser Zeit sollte die Naht nicht stark belastet werden, etwa durch Übungen mit gebeugtem Nacken oder schweres Heben. Erst danach lässt sich beurteilen, ob die Narbe schmal geblieben ist und ob ergänzend Grafts oder eine Pigmentierung sinnvoll sind.

Erhabene, verdickte oder juckende Narben lassen sich zudem mit Silikonauflagen oder mit Injektionen eines Kortisonpräparats flacher und weicher machen. Diese Behandlungen verändern nicht die Breite der Narbe, können sie aber deutlich unauffälliger machen. Sie sind oft ein sinnvoller erster Schritt, bevor eine Pigmentierung oder eine Transplantation in die Narbe geplant wird.


Welches Verfahren in welcher Situation passt

Eine schmale, flache und blasse Narbe bei dichtem umliegendem Haar ist die günstigste Ausgangslage. Hier genügen oft etwas längere Haare, eine Haarpigmentierung oder eine kleine Zahl von Grafts. Bei einer breiten Narbe mit beweglicher Kopfhaut kann eine chirurgische Korrektur der erste Schritt sein, dem bei Bedarf Grafts oder Pigmentierung folgen.

Ist der Spenderbereich insgesamt ausgedünnt, etwa nach mehreren Eingriffen oder einer Überentnahme, steht die Haarpigmentierung meist im Vordergrund. Sie verbraucht keine Haarwurzeln und kann auch fleckige Bereiche optisch ausgleichen. In vielen Fällen ergibt sich die beste Lösung aus einer Kombination mehrerer Verfahren, die in einer sinnvollen Reihenfolge geplant werden.

Wichtig ist, das Ziel realistisch zu formulieren. Eine Narbe lässt sich unauffällig machen, aber nicht ungeschehen. Bei sehr kurzem Haar oder bestimmten Lichtverhältnissen kann sie auch nach einer Behandlung noch zu erahnen sein. Wer das vorher weiß, kann besser einschätzen, ob der Aufwand im Verhältnis zum erwarteten Gewinn steht.


Narben aus anderen Ursachen

Nicht jede Narbe am Hinterkopf stammt von einer Haartransplantation. Auch Unfälle, frühere Operationen am Schädel, das Entfernen von Muttermalen oder Verbrennungen hinterlassen haarlose Stellen. Für sie gelten im Wesentlichen dieselben Überlegungen: Breite, Beschaffenheit, Durchblutung und Umgebung der Narbe bestimmen, welches Verfahren in Frage kommt und wie viel sich erreichen lässt.

Bei Narben nach Operationen oder Bestrahlungen ist die Durchblutung des Gewebes manchmal deutlich eingeschränkt. Dann sinken die Chancen, dass verpflanzte Haarwurzeln anwachsen. Vor einer Behandlung kann es sinnvoll sein, die behandelnden Ärzte der ursprünglichen Erkrankung einzubeziehen. Narben, die sich verändern, wachsen, bluten oder nicht abheilen, gehören zunächst dermatologisch abgeklärt.


Was bei einer neuen Haartransplantation zu beachten ist

Wer bereits eine Narbe am Hinterkopf hat und eine weitere Haartransplantation plant, sollte diese Ausgangslage offen ansprechen. Die alte Narbe beeinflusst, wo und wie viele Grafts noch sicher entnommen werden können. Heute wird in den meisten Fällen die Einzelentnahme gewählt, weil sie keine weitere lineare Narbe hinterlässt und eine kurze Frisur am Hinterkopf erlaubt.

Die Entnahme kann so geplant werden, dass gleichzeitig einige Grafts in die vorhandene Narbe gesetzt werden. Damit lässt sich die Korrektur der Narbe mit der eigentlichen Behandlung verbinden. Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab, wie viele Grafts insgesamt zur Verfügung stehen und welcher Bereich für das Erscheinungsbild wichtiger ist.

Grundsätzlich gilt, dass die Spenderreserve begrenzt ist und mit jedem Eingriff kleiner wird. Eine gute Planung betrachtet deshalb nicht nur den nächsten Schritt, sondern die voraussichtliche Entwicklung des Haarausfalls über die kommenden Jahrzehnte. Dazu gehört, Grafts für mögliche spätere Bereiche zurückzuhalten, statt die gesamte Reserve auf einmal zu verbrauchen.


Fazit: Unauffällig ist erreichbar, unsichtbar selten

Narben am Hinterkopf nach einer Haartransplantation entstehen vor allem durch die Streifenmethode, seltener durch eine zu dichte Einzelentnahme. Sie werden zum Problem, wenn die Haare kürzer getragen werden oder der Haarausfall fortschreitet. Längere Haare, eine Haarpigmentierung, das Einsetzen von Grafts in die Narbe und eine chirurgische Korrektur sind die wichtigsten Wege, oft in Kombination.

Welcher Weg passt, entscheiden Breite und Beschaffenheit der Narbe, die Hautspannung und die verbliebene Spenderreserve. Eine Narbe lässt sich in den meisten Fällen deutlich unauffälliger machen, ganz unsichtbar wird sie selten. Wer die eigene Narbe beurteilen lassen und die Möglichkeiten im Einzelnen besprechen möchte, kann ein Gespräch über die Kontaktseite vereinbaren.


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