top of page

Haare werden dünner bei Frauen: Weniger Haare oder feinere Haare

vor 1 Tag
8 Min. Lesezeit

Viele Frauen bemerken die Veränderung zuerst beim Zopfgummi, das plötzlich einmal öfter um das Haar gewickelt werden muss. Andere sehen auf Fotos, dass die Frisur flacher wirkt oder der Scheitel im Licht breiter erscheint. Das Haar wird dünner, aber was genau sich verändert, bleibt oft unklar. Es kann sein, dass weniger Haare wachsen, dass die einzelnen Haare feiner werden oder dass sie abbrechen. Eine ärztliche Haaranalyse unterscheidet diese Vorgänge, denn jeder von ihnen hat andere Ursachen und verlangt eine andere Antwort.

Dieser Artikel erklärt, auf welche Weise Haare bei Frauen dünner werden können, welche Ursachen dahinterstehen und woran man sie unterscheidet. Er beschreibt außerdem, welche Untersuchungen sinnvoll sind, welche Behandlungen es gibt und wo die Grenzen liegen, wenn das Haar über Jahre hinweg an Fülle verliert.


Frau mit schulterlangem Haar, Hand an der Wange, nachdenklicher Blick in die Kamera, Symbolbild zum Thema Haare werden dünner bei Frauen, Haarausfall Frau, feines Haar, Haardichte


Drei Wege, auf denen Haar dünner wird

Wenn Frauen sagen, ihre Haare würden dünner, meinen sie meist das Gesamtvolumen. Dieses Volumen hängt von drei Größen ab: von der Zahl der Haare pro Fläche, vom Durchmesser jedes einzelnen Haares und von der Länge, die das Haar erreicht, bevor es bricht oder ausfällt. Jede dieser drei Größen kann sich unabhängig von den anderen verändern.

Fallen mehr Haare aus, als nachwachsen, sinkt die Zahl der Haare. Werden die nachwachsenden Haare feiner, sinkt ihr Durchmesser, obwohl die Zahl gleich bleibt. Brechen die Haare in den Längen ab, wirkt das Haar vor allem in den Spitzen dünner, während die Kopfhaut unverändert dicht bewachsen ist. Für die Einordnung ist entscheidend, welcher dieser Wege vorliegt.

Im Alltag lassen sich die drei Wege nur schwer auseinanderhalten. Ein schmalerer Zopf kann ebenso durch feinere wie durch weniger Haare entstehen. Auch die Menge der ausgefallenen Haare in der Bürste sagt wenig darüber aus, ob die Haarwurzeln schrumpfen. Deshalb ist eine Messung an der Kopfhaut aussagekräftiger als jede Selbstbeobachtung, so aufmerksam sie auch sein mag.


Feiner werdende Haare

Werden die Haare von Jahr zu Jahr feiner, spricht man von Miniaturisierung. Die Haarwurzel schrumpft, die Wachstumsphase verkürzt sich, und das nachwachsende Haar ist dünner, kürzer und oft heller als das vorige. Dieser Vorgang ist das Kennzeichen des erblich bedingten Haarausfalls und betrifft bei Frauen typischerweise den Oberkopf und den Bereich entlang des Scheitels.

Bei der Untersuchung zeigt sich die Miniaturisierung als Nebeneinander unterschiedlich dicker Haare. Neben kräftigen Haaren wachsen feine, kurze Haare aus derselben Region. Fachleute sprechen von einer Kaliberschwankung. Je größer der Anteil der feinen Haare, desto weiter ist der Vorgang fortgeschritten. Diese Beobachtung gelingt nur mit Vergrößerung, mit bloßem Auge ist sie kaum möglich.


Weniger Haare durch verstärkten Ausfall

Fallen über einige Wochen deutlich mehr Haare aus als üblich, liegt häufig ein diffuser Haarausfall vor. Dabei gehen viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase über und lösen sich einige Wochen später. Die Haarwurzeln bleiben erhalten, die einzelnen Haare sind nicht feiner. Wird der Auslöser beseitigt, kann sich die Haardichte in vielen Fällen wieder erholen.

Hält der Auslöser an, etwa bei einem unbehandelten Mangel oder dauerhafter Belastung, kann sich ein diffuser Haarausfall über viele Monate hinziehen. Man spricht dann von einer chronischen Form. Sie verläuft in Wellen, mit Phasen stärkeren und schwächeren Ausfalls. Auch hier bleibt die Haarwurzel meist erhalten, die Suche nach dem Auslöser lohnt sich aber besonders.


Abbrechende Haare

Manchmal liegt das Problem nicht an der Wurzel, sondern im Haarschaft. Häufiges Färben, Blondieren, Glätten mit hoher Hitze oder straffe Frisuren schwächen die Haarstruktur. Die Haare brechen in unterschiedlicher Länge ab, und die Spitzen wirken ausgedünnt. Die Kopfhaut zeigt keinen sichtbaren Verlust. Hier helfen eine schonendere Pflege und Geduld, bis gesundes Haar nachgewachsen ist.


Erblich bedingter Haarausfall bei Frauen

Die häufigste Ursache für dauerhaft dünner werdendes Haar bei Frauen ist der erblich bedingte Haarausfall. Er beginnt schleichend, oft schon zwischen dem zwanzigsten und dem vierzigsten Lebensjahr, und nimmt mit dem Alter zu. Anders als bei Männern bleibt die vordere Haarlinie meist erhalten. Stattdessen wird das Haar hinter der Stirn und entlang des Scheitels lichter.

Typisch ist, dass die Kopfhaut am Oberkopf bei hellem Licht stärker durchscheint, während das Haar am Hinterkopf dicht bleibt. Viele Frauen bemerken zuerst, dass der Scheitel breiter wird oder dass sich eine andere Frisur besser trägt. Eine vollständige Kahlheit wie beim Mann ist bei Frauen sehr selten, die Fülle nimmt aber über die Jahre deutlich ab.


Die Rolle der Hormone

Beim erblichen Haarausfall reagieren die Haarwurzeln am Oberkopf empfindlich auf männliche Hormone, die auch der weibliche Körper in geringer Menge bildet. Bei den meisten betroffenen Frauen sind die Hormonwerte im Blut normal. Entscheidend ist die Empfindlichkeit der Haarwurzel. Zeigen sich dagegen zusätzlich unreine Haut, vermehrte Körperbehaarung oder Zyklusstörungen, sollte eine hormonelle Störung abgeklärt werden.


Veränderungen in den Wechseljahren

In den Wechseljahren sinkt der Spiegel der weiblichen Hormone, während die männlichen Hormone relativ an Gewicht gewinnen. Viele Frauen erleben in dieser Zeit, dass ein bislang kaum merklicher erblicher Haarausfall stärker hervortritt. Hinzu kommt, dass Haare mit dem Alter generell etwas feiner werden. Beides zusammen erklärt, warum das Thema ab dem fünfzigsten Lebensjahr häufiger wird.


Weitere Ursachen für dünneres Haar

Neben der erblichen Veranlagung gibt es eine Reihe von Ursachen, die vorübergehend oder dauerhaft zu dünnerem Haar führen. Ein Eisenmangel ist bei Frauen im gebärfähigen Alter häufig und kann die Haardichte verringern. Auch eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, eine unausgewogene Ernährung mit zu wenig Eiweiß oder ein starker Gewichtsverlust schwächen das Haarwachstum.

Ebenso können Medikamente, eine Geburt, das Absetzen der Pille, eine schwere Erkrankung oder eine Operation einen verstärkten Haarausfall auslösen. Typisch ist dabei der Zeitversatz. Die Haare fallen erst zwei bis drei Monate nach dem Auslöser aus. Wer diesen Zusammenhang kennt, findet die Ursache oft schon beim Blick in den eigenen Kalender der letzten Monate.

Häufig wirken mehrere Ursachen zusammen. Eine Frau mit erblicher Veranlagung kann nach einer Geburt oder bei einem Eisenmangel zusätzlich diffus Haare verlieren. Dann überlagern sich ein dauerhafter und ein vorübergehender Vorgang. Wird nur einer davon erkannt und behandelt, bleibt das Ergebnis enttäuschend. Eine sorgfältige Abklärung berücksichtigt deshalb immer alle infrage kommenden Ursachen gleichzeitig.


Straffe Frisuren und Zug

Ein eigenes Krankheitsbild entsteht durch dauerhaften Zug an den Haaren. Wer über Jahre einen straffen Pferdeschwanz, Flechtfrisuren oder schwere Haarverlängerungen trägt, kann an den Schläfen und am Haaransatz Haare verlieren. Dieser sogenannte Traktionshaarausfall ist anfangs umkehrbar. Hält der Zug jedoch lange an, können die Haarwurzeln dauerhaft zugrunde gehen.


Erkrankungen der Kopfhaut

Seltener stecken entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut hinter dünner werdendem Haar. Manche von ihnen führen zu Narben, in denen keine Haare mehr wachsen. Warnzeichen sind Rötung, Schuppung, Brennen, Schmerzen oder glänzende, haarlose Stellen. Solche Befunde gehören zügig in fachärztliche Hände, weil eine frühe Behandlung den Verlauf aufhalten kann.


Wie eine Untersuchung Klarheit schafft

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über den Beginn, den Verlauf, mögliche Auslöser, Medikamente, Vorerkrankungen und die Familiengeschichte. Danach folgt die Untersuchung der Kopfhaut. Mit einer vergrößernden Kamera lassen sich Haardichte und Haardurchmesser an verschiedenen Stellen messen und miteinander vergleichen. Das ergibt ein objektives Bild, das über den Eindruck im Spiegel hinausgeht.

Unterscheiden sich die Haare am Oberkopf in Dicke und Dichte deutlich von denen am Hinterkopf, spricht das für einen erblichen Haarausfall. Sind die Haare überall gleich, aber insgesamt weniger, passt das eher zu einem diffusen Haarausfall. Ergänzend werden im Blut unter anderem der Eisenspeicher, die Schilddrüsenwerte und, wenn nötig, die Hormone bestimmt.


Der Zupftest

Bei einem einfachen Test zieht der Arzt sanft an einer kleinen Haarsträhne. Lösen sich dabei mehrere Haare mühelos, spricht das für einen aktiven Haarausfall. Die Wurzeln der ausgefallenen Haare verraten zusätzlich, in welcher Phase des Haarzyklus sie sich befanden. Der Test ergänzt die übrige Untersuchung, ersetzt sie aber nicht.


Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einem Eisenmangel oder einer Schilddrüsenstörung steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Ist der Auslöser beseitigt, erholt sich das Haar in vielen Fällen innerhalb einiger Monate. Wichtig ist Geduld, denn Kopfhaar wächst nur etwa einen Zentimeter im Monat und die Fülle kehrt langsam zurück.

Beim erblichen Haarausfall ist Minoxidil der am besten untersuchte Wirkstoff für Frauen. Er verlängert die Wachstumsphase und kann das Fortschreiten verlangsamen, bei manchen Frauen auch eine gewisse Verdichtung bewirken. Die Wirkung zeigt sich frühestens nach einigen Monaten und hält nur, solange die Anwendung fortgesetzt wird. Andere Wirkstoffe kommen bei Frauen nur in ausgewählten Fällen infrage.


Was Nahrungsergänzung leisten kann

Präparate mit Biotin, Zink, Eisen oder Aminosäuren werden häufig gegen dünnes Haar angeboten. Sie helfen nachweislich nur dann, wenn tatsächlich ein Mangel besteht. Bei normalen Blutwerten ist keine Wirkung auf die Haardichte belegt. Biotin kann zudem bestimmte Laborwerte verfälschen. Deshalb sollte man vor einer Blutuntersuchung angeben, ob man solche Präparate einnimmt.


Wie schnell sich dünnes Haar verändert

Der erbliche Haarausfall verläuft bei Frauen meist langsam und in Schüben. Über Jahre kann das Haar annähernd gleich bleiben, dann folgt eine Phase, in der es spürbar lichter wird. Wie schnell der Vorgang fortschreitet, lässt sich im Einzelfall nicht sicher vorhersagen. Wiederholte Messungen im Abstand einiger Monate zeigen jedoch, in welche Richtung sich die Haardichte bewegt.

Genau deshalb sind Ausgangswerte so wertvoll. Wer zu Beginn einer Behandlung die Haardichte und den Durchmesser an festen Stellen messen lässt, kann später objektiv beurteilen, ob eine Therapie wirkt. Ohne solche Werte bleibt man auf den Eindruck im Spiegel angewiesen, der je nach Licht, Frisur und Tagesform stark schwankt und selten verlässlich ist.


Wann eine Haartransplantation infrage kommt

Für Frauen mit erblichem Haarausfall ist eine Haartransplantation nur in bestimmten Fällen sinnvoll. Voraussetzung ist ein stabiler, ausreichend dicht bewachsener Spenderbereich am Hinterkopf. Bei vielen Frauen ist jedoch auch dieser Bereich ausgedünnt, weil der Haarausfall diffus über den ganzen Kopf verläuft. Dann fehlt die Grundlage für eine dauerhafte Verpflanzung.

Gut geeignet sind dagegen umschriebene Befunde, etwa ein zurückgewichener Haaransatz nach jahrelangem Zug oder eine hohe Stirn. Ob eine Haartransplantation bei Frauen im Einzelfall sinnvoll ist, lässt sich nur nach einer genauen Messung beider Bereiche beurteilen. Oft steht zunächst die medikamentöse Behandlung im Vordergrund, und ein Eingriff wird erst später erwogen.


Was Frauen selbst tun können

Schonende Pflege hilft vor allem dann, wenn das Haar in den Längen bricht. Dazu gehören milde Shampoos, eine Spülung in den Längen, Föhnen mit mittlerer Temperatur und der Verzicht auf häufiges Glätten mit sehr heißen Geräten. Lockere Frisuren entlasten die Haarwurzeln. Beim Färben lohnt es sich, die Abstände zu vergrößern und die Kopfhaut zu schonen. Auch nasses Haar ist empfindlicher und sollte vorsichtig entwirrt statt kräftig gekämmt werden.

Ein Kurzhaarschnitt oder ein geschickt gewählter Schnitt mit Stufen kann dünnes Haar fülliger wirken lassen. Auch ein versetzter Scheitel oder eine leichte Dauerwelle am Ansatz können helfen. Diese Maßnahmen verändern das Wachstum nicht, aber sie verändern das Erscheinungsbild. Für viele Frauen ist das während einer laufenden Behandlung eine spürbare Entlastung. Eine erfahrene Friseurin kann dabei gut beraten.


Die Belastung ernst nehmen

Dünner werdendes Haar ist für viele Frauen eine erhebliche Belastung, auch wenn die Veränderung für andere kaum sichtbar ist. Haare sind eng mit dem eigenen Bild und dem Gefühl von Weiblichkeit verbunden. Wer sich deswegen zurückzieht oder Situationen meidet, sollte das im Gespräch ansprechen. Die Sorge ist berechtigt und verdient eine sorgfältige Abklärung.

Hilfreich ist es, realistische Erwartungen zu haben. Die meisten Behandlungen verlangsamen den Verlust oder stabilisieren den Zustand, eine vollständige Rückkehr zur früheren Fülle ist beim erblichen Haarausfall nicht zu erwarten. Wer das weiß, kann Fortschritte besser würdigen und lässt sich weniger von Versprechen leiten, die kein seriöses Verfahren halten kann.


Fazit: Erst unterscheiden, dann behandeln

Wenn die Haare bei Frauen dünner werden, kann das an weniger Haaren, an feineren Haaren oder an abbrechenden Haaren liegen. Am häufigsten steckt ein erblich bedingter Haarausfall dahinter, gefolgt von Mangelzuständen, hormonellen Veränderungen und vorübergehenden Auslösern. Jede dieser Ursachen verlangt eine andere Antwort, und nicht jede verlangt überhaupt eine Behandlung.

Eine genaue Untersuchung mit Messung der Haardichte und gezielten Blutwerten schafft Klarheit und verhindert, dass Zeit mit ungeeigneten Mitteln vergeht. Frauen, die die Ursache für ihr dünner werdendes Haar in Hannover abklären lassen möchten, können über die Kontaktseite einen Termin für ein Beratungsgespräch bei uns anfragen.


Passend dazu

 
 
bottom of page