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Haarausfall im Herbst: Warum jetzt mehr Haare ausfallen und wann das normal ist

vor 3 Tagen
8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Im Oktober und November fällt vielen Menschen auf, dass mehr Haare im Abfluss, auf dem Kopfkissen oder in der Bürste liegen als im Sommer. Das beunruhigt, weil man den Verlust täglich sieht und nicht weiß, wohin er führt. In den meisten Fällen steckt ein saisonaler Haarwechsel dahinter, der von selbst wieder abklingt. Manchmal fällt aber ein länger bestehender Haarausfall gerade im Herbst zum ersten Mal auf. Eine ärztliche Haaranalyse klärt, welche der beiden Möglichkeiten zutrifft, und erspart oft monatelanges Rätseln vor dem Spiegel.

Dieser Artikel erklärt, warum der Körper im Herbst mehr Haare abwirft, wie lange diese Phase üblicherweise dauert und woran man den normalen Haarwechsel von einem behandlungsbedürftigen Haarausfall unterscheidet. Er beschreibt außerdem, was in dieser Zeit sinnvoll ist, was wenig bringt und wann ein Termin beim Arzt die richtige Entscheidung ist.


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Was im Herbst mit den Haaren passiert

Jedes Kopfhaar durchläuft einen festen Zyklus. In der Wachstumsphase, der Anagenphase, wird das Haar über mehrere Jahre gebildet. Darauf folgt eine kurze Übergangsphase und anschließend die Ruhephase, die Telogenphase. Nach etwa zwei bis drei Monaten Ruhe löst sich das alte Haar und fällt aus, während darunter bereits ein neues Haar nachwächst.

Bei gesunden Erwachsenen befindet sich der weitaus größte Teil der Haare in der Wachstumsphase. Nur ein kleiner Anteil ruht. Dieser Anteil ist aber nicht das ganze Jahr über gleich. Untersuchungen zeigen, dass im Sommer mehr Haare gleichzeitig in die Ruhephase eintreten. Weil die Ruhephase einige Wochen dauert, fallen diese Haare erst später aus, und das ist im Herbst.


Der Zeitversatz von rund drei Monaten

Der wichtigste Punkt für das Verständnis ist die Verzögerung. Ein Haar, das im Juli in die Ruhephase wechselt, bleibt noch fest in der Kopfhaut und fällt erst im Oktober aus. Deshalb sieht man den Effekt nicht dann, wenn er entsteht, sondern Wochen später. Dieser Zeitversatz erklärt, warum viele Menschen den Herbst als die Zeit des Haarausfalls erleben.

Eine Schweizer Untersuchung an mehreren hundert Frauen fand den höchsten Anteil ruhender Haare im Sommer und einen deutlich stärkeren Haarverlust in den folgenden Monaten. Ähnliche jahreszeitliche Schwankungen sind auch bei Männern beschrieben. Die genauen Auslöser sind nicht abschließend geklärt. Diskutiert werden die Tageslichtdauer, hormonelle Rhythmen und eine Art Schutzfunktion des Haarkleids gegenüber starker Sonne.


Licht, Vitamin D und andere Erklärungen

Häufig wird der herbstliche Haarausfall mit dem Rückgang des Tageslichts und einem sinkenden Vitamin-D-Spiegel erklärt. Dieser Zusammenhang ist naheliegend, aber nicht belegt. Der Zeitpunkt spricht eher dagegen, denn die Haare, die im Oktober ausfallen, haben ihre Wachstumsphase schon im Sommer beendet, als die Tage lang waren und der Vitamin-D-Spiegel meist am höchsten lag.

Ein niedriger Vitamin-D-Wert kann zwar mit bestimmten Formen von Haarausfall zusammen auftreten, er erklärt aber nicht den typischen Herbstverlauf. Wer wissen möchte, ob ein Mangel vorliegt, lässt den Wert bestimmen. Eine Einnahme auf Verdacht ist nicht nötig und bei hohen Dosen auch nicht unbedenklich. Für den saisonalen Haarwechsel selbst gibt es keine gesicherte Vorbeugung.


Warum der Vergleich mit dem Fellwechsel hinkt

Oft wird der herbstliche Haarausfall mit dem Fellwechsel von Tieren verglichen. Das Bild ist anschaulich, aber ungenau. Beim Menschen wachsen die Haare nicht synchron, sondern jedes Haar folgt seinem eigenen Rhythmus. Die Jahreszeit verschiebt diesen Rhythmus nur ein wenig. Deshalb fallen im Herbst zwar mehr Haare aus, aber nie so viele, dass das Haarbild sich sichtbar verändert.


Wie viele Haare im Herbst normal sind

Als grobe Orientierung gilt, dass ein Mensch täglich etwa fünfzig bis hundert Haare verliert. Diese Zahl ist ein Richtwert und keine scharfe Grenze. Wer lange Haare hat und sie nur zweimal pro Woche wäscht, findet am Waschtag deutlich mehr Haare, weil sich die ausgefallenen Haare der Vortage gesammelt haben. Das ist kein Hinweis auf eine Erkrankung.

Im Herbst kann die tägliche Menge für einige Wochen spürbar darüber liegen. Entscheidend ist nicht die Zahl an einem einzelnen Tag, sondern der Verlauf über mehrere Wochen. Ein vorübergehendes Plus, das sich wieder einpendelt, passt zum saisonalen Haarwechsel. Ein Verlust, der über Monate anhält oder sich steigert, passt nicht dazu und sollte abgeklärt werden.


Ein einfacher Selbsttest mit Vorsicht

Manche zählen über einige Tage die Haare in der Bürste oder im Sieb des Abflusses. Das kann helfen, einen Eindruck zu bekommen, ersetzt aber keine Diagnose. Die Zahlen schwanken stark, abhängig von Haarwäsche, Frisur und Bürste. Aussagekräftiger ist die Frage, ob sich das Haarbild verändert, also ob Kopfhaut an Stellen durchscheint, an denen sie vorher nicht sichtbar war.


Wie lange der saisonale Haarausfall dauert

Der jahreszeitliche Haarwechsel dauert in der Regel einige Wochen. Häufig wird ein Zeitraum von sechs bis acht Wochen genannt, in Einzelfällen etwas länger. Danach normalisiert sich die tägliche Menge wieder, weil die Haare, die gemeinsam in die Ruhephase gegangen sind, inzwischen ausgefallen sind. Gleichzeitig wachsen aus denselben Haarwurzeln neue Haare nach.

Bis die nachwachsenden Haare im Spiegel auffallen, vergeht allerdings Zeit. Kopfhaar wächst etwa einen Zentimeter im Monat. Die neuen Haare sind deshalb zunächst kurz und fallen erst nach einigen Monaten wieder als Volumen auf. Wer im Herbst mehr Haare verliert, bemerkt die Erholung oft erst im Winter oder im Frühjahr. Geduld ist hier eine medizinisch begründete Empfehlung.


Wenn der Herbst einen anderen Haarausfall sichtbar macht

Der saisonale Haarwechsel trifft nicht nur gesunde Kopfhaut. Bei Menschen mit beginnendem erblich bedingtem Haarausfall fallen die zusätzlich ausgefallenen Haare stärker ins Gewicht, weil die nachwachsenden Haare bereits feiner sind. Der Herbst ist dann nicht die Ursache, sondern der Moment, in dem eine schon länger laufende Entwicklung auffällt. Diese Unterscheidung ist für die weitere Planung entscheidend.


Woran man normalen Haarwechsel erkennt

Für einen harmlosen saisonalen Haarausfall sprechen mehrere Merkmale. Die Haare fallen gleichmäßig über den ganzen Kopf verteilt aus, nicht an einer bestimmten Stelle. Die Kopfhaut ist unauffällig, es gibt keine Rötung, keine Schuppung und keinen Juckreiz. Die ausgefallenen Haare haben an der Wurzel oft ein kleines helles Knötchen, das typisch für Haare aus der Ruhephase ist.

Ein weiteres Merkmal ist der zeitliche Rahmen. Der Verlust beginnt im Spätsommer oder Herbst, erreicht einen Höhepunkt und geht dann zurück. Das Haarbild bleibt insgesamt erhalten, die Dichte wirkt nicht dauerhaft verringert, und auch der Scheitel oder die Stirnecken verändern sich nicht. Wer diese Merkmale bei sich wiederfindet, kann in der Regel abwarten und den Verlauf beobachten.


Wann mehr dahintersteckt als die Jahreszeit

Es gibt Zeichen, die gegen einen rein saisonalen Haarausfall sprechen. Dazu gehören kahle, runde Stellen, eine sichtbar zurückweichende Haarlinie an den Schläfen, ein lichter werdender Oberkopf oder ein breiter werdender Scheitel. Auch Schmerzen, Brennen, Rötung oder starke Schuppung der Kopfhaut gehören nicht zum normalen Haarwechsel und sollten ärztlich angesehen werden.

Ebenso wichtig ist die Dauer. Hält der verstärkte Haarausfall länger als etwa drei Monate an oder kehrt er nicht auf das frühere Maß zurück, ist eine Abklärung sinnvoll. Das gilt auch, wenn der Verlust plötzlich und sehr stark einsetzt, etwa in Büscheln. Dann kommen andere Ursachen infrage, die nichts mit der Jahreszeit zu tun haben und gezielt behandelt werden können.


Häufige andere Ursachen im Überblick

Hinter einem Haarausfall, der zufällig in den Herbst fällt, können verschiedene Ursachen stehen. Ein Eisenmangel, eine Störung der Schilddrüse, eine fieberhafte Infektion, eine Operation, starke Gewichtsabnahme oder bestimmte Medikamente lösen ebenfalls einen verzögerten Haarausfall aus. Auch hier fallen die Haare oft erst zwei bis drei Monate nach dem eigentlichen Auslöser aus.

Bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall die häufigste Ursache für dauerhaft lichter werdendes Haar. Er verläuft schleichend über Jahre und folgt einem typischen Muster an Stirn, Schläfen und Hinterkopf. Bei Frauen zeigt er sich meist als Ausdünnung entlang des Scheitels. Beide Formen sind keine Saisonerscheinung, auch wenn sie im Herbst besonders auffallen.

Bei Frauen kommen weitere Auslöser hinzu, die sich zeitlich mit dem Herbst überschneiden können. Dazu gehören das Absetzen der Pille, eine Geburt in den Monaten davor oder die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren. Auch hier gilt der Zeitversatz von einigen Wochen. Wer den Auslöser kennt, kann den Verlauf besser einordnen und muss nicht vorschnell an eine dauerhafte Ursache denken.


Was in dieser Zeit sinnvoll ist

Beim reinen saisonalen Haarwechsel ist keine Behandlung nötig. Sinnvoll ist ein schonender Umgang mit den Haaren. Dazu gehören ein mildes Shampoo, nicht zu heißes Föhnen und der Verzicht auf sehr straffe Frisuren, die dauerhaft an den Haarwurzeln ziehen. Häufiges Waschen schadet nicht, es lässt nur die ohnehin gelösten Haare früher sichtbar werden.

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Eisen und Zink unterstützt das Haarwachstum. Das bedeutet nicht, dass zusätzliche Präparate nötig sind. Nahrungsergänzungsmittel helfen nachweislich nur dann, wenn tatsächlich ein Mangel besteht. Wer vermutet, zu wenig von einem Nährstoff aufzunehmen, sollte das über eine Blutuntersuchung klären lassen, statt auf Verdacht hoch dosierte Präparate einzunehmen.


Was wenig bringt

Viele Produkte werben gezielt mit dem Herbst. Für Haarwässer, Kuren und Spezialshampoos ohne belegten Wirkstoff gibt es keinen Nachweis, dass sie den saisonalen Haarwechsel verkürzen. Der Prozess ist im Haarzyklus angelegt und lässt sich von außen kaum beeinflussen. Die Haare, die im Herbst ausfallen, haben ihr Wachstum bereits im Sommer beendet.

Auch eine Kürzung der Haare verändert den Haarausfall nicht. Kürzere Haare fallen allerdings weniger auf, weil sie im Abfluss und auf der Kleidung kleiner wirken. Das kann psychisch entlasten, hat aber keinen Einfluss auf die Haarwurzel. Ebenso wenig hilft es, das Haarewaschen hinauszuzögern, denn gelöste Haare fallen dann eben beim nächsten Waschen aus.


Wann ein Arzttermin sinnvoll ist

Ein Termin beim Arzt ist sinnvoll, wenn der Haarausfall länger als drei Monate anhält, wenn sich das Haarbild sichtbar verändert oder wenn zusätzliche Beschwerden bestehen. Auch wer unsicher ist, ob es sich um einen saisonalen Haarwechsel oder um einen beginnenden erblichen Haarausfall handelt, profitiert von einer Untersuchung. Sie schafft Klarheit und verhindert, dass wertvolle Zeit vergeht.

Zur Abklärung gehören ein ausführliches Gespräch, die Untersuchung der Kopfhaut und gegebenenfalls eine Blutuntersuchung. Mit einer vergrößernden Kamera lässt sich die Haardichte an verschiedenen Stellen vergleichen. Unterscheiden sich die Haare am Oberkopf deutlich von denen am Hinterkopf, spricht das für einen erblichen Haarausfall. Sind sie überall gleich, passt das eher zu einem diffusen, vorübergehenden Verlust.

Für das Gespräch hilft es, einige Dinge vorzubereiten. Dazu gehören der ungefähre Beginn des Haarausfalls, Ereignisse in den Monaten davor wie Infekte, Operationen oder Diäten, eine Liste aller eingenommenen Medikamente und, falls vorhanden, ältere Fotos. Bilder aus dem Vorjahr zeigen oft besser als jede Erinnerung, ob sich das Haarbild tatsächlich verändert hat oder nur der Eindruck täuscht.


Warum frühe Klarheit hilft

Beim erblich bedingten Haarausfall entscheidet der Zeitpunkt über die Möglichkeiten. Medikamentöse Behandlungen wirken am besten, solange die Haarwurzeln noch vorhanden sind. Wer einen beginnenden Haarausfall früh erkennt, kann den Verlauf oft verlangsamen. Wer dagegen jahrelang abwartet, weil er den Verlust jedes Jahr auf den Herbst schiebt, verliert Spielraum, der sich später nicht zurückholen lässt.


Herbst und Haartransplantation

Manche Menschen nutzen den Herbst, um sich mit einer Haartransplantation zu beschäftigen, weil Mützen in den kühleren Monaten die Heilungsphase erleichtern. Vor jeder Planung muss jedoch geklärt sein, ob überhaupt ein dauerhafter Haarverlust besteht. Ein saisonaler Haarwechsel ist niemals ein Grund für einen Eingriff, denn die Haare wachsen von selbst nach.

Liegt dagegen ein erblicher Haarausfall vor, hilft eine genaue Bestandsaufnahme. Dazu gehören die Dichte im Spenderbereich am Hinterkopf, die Ausdehnung der lichten Flächen und eine Einschätzung, wie sich der Haarausfall in den kommenden Jahren entwickeln dürfte. Erst aus diesen Messungen ergibt sich, ob ein Eingriff sinnvoll ist oder ob zunächst eine medikamentöse Behandlung im Vordergrund steht.


Fazit: Meist ein vorübergehender Haarwechsel

Verstärkter Haarausfall im Herbst ist häufig und in den meisten Fällen harmlos. Er entsteht, weil im Sommer mehr Haare gleichzeitig in die Ruhephase gehen und mit einigen Wochen Verzögerung ausfallen. Nach etwa sechs bis acht Wochen pendelt sich die Menge wieder ein, und aus denselben Haarwurzeln wächst neues Haar nach.

Anders liegt der Fall, wenn der Verlust länger als drei Monate anhält, wenn kahle oder lichte Stellen entstehen oder wenn die Kopfhaut Beschwerden macht. Dann sollte die Ursache ärztlich geklärt werden, damit eine behandelbare Ursache nicht übersehen wird. Wer dazu eine Untersuchung in Hannover wünscht, kann über die Kontaktseite einen Termin bei uns anfragen.


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