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Haarausfall am Scheitel bei Frauen: Warum der Scheitel breiter wird

27. Okt.
8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Viele Frauen bemerken es zuerst beim Blick von oben in den Spiegel oder auf einem Foto bei hellem Licht: Der Scheitel wirkt breiter als früher, die Kopfhaut schimmert stärker durch, und der Zopf fühlt sich dünner an. Kahle Stellen entstehen dabei meist nicht, und der Haaransatz an der Stirn bleibt oft erstaunlich lange erhalten. Gerade deshalb wird diese Form des Haarausfalls häufig lange übersehen oder auf Stress geschoben. Eine sorgfältige Haaranalyse klärt, ob tatsächlich eine Ausdünnung der einzelnen Haare vorliegt und welche Ursache dahinterstehen dürfte, bevor eine Behandlung beginnt.

Dieser Artikel erklärt, warum sich Haarausfall bei Frauen so oft am Scheitel zeigt, welche Ursachen in Frage kommen und wie sie sich voneinander unterscheiden lassen. Er beschreibt, welche Untersuchungen sinnvoll sind, was Medikamente leisten können, welche Möglichkeiten es zum Kaschieren gibt und wann eine Transplantation überhaupt in Betracht kommt.


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Wie sich Haarausfall am Scheitel bei Frauen zeigt

Der Scheitel ist bei Frauen die Stelle, an der sich eine Ausdünnung am frühesten zeigt. Dort liegt die Kopfhaut ohnehin frei, und jede Verringerung der Haardichte vergrößert den sichtbaren Streifen. Typisch ist, dass der Scheitel nicht scharf begrenzt breiter wird, sondern sich nach vorne hin auffächert. Manche Frauen beschreiben das Bild als Tannenbaum, dessen Spitze zur Stirn zeigt.

Anders als bei Männern entstehen in der Regel keine Geheimratsecken und keine kahle Tonsur. Die Haare werden über dem gesamten Oberkopf gleichmäßig weniger und vor allem dünner, während die Seiten und der Hinterkopf meist dichter bleiben. Der vordere Haaransatz bleibt häufig als schmaler Saum bestehen. Dadurch fällt die Veränderung von vorne betrachtet oft kaum auf, von oben dagegen sehr deutlich.

Viele Betroffene bemerken nicht unbedingt mehr ausgefallene Haare in der Bürste. Das ist ein wichtiger Hinweis. Beim erblich bedingten Haarausfall steht nicht der vermehrte Verlust im Vordergrund, sondern die Tatsache, dass nachwachsende Haare feiner und kürzer werden. Die Haarmenge im Abfluss kann deshalb ganz normal wirken, während die Dichte am Scheitel über Jahre langsam abnimmt.


Die häufigste Ursache: erblich bedingter Haarausfall

Hinter einem zunehmend breiteren Scheitel steckt am häufigsten die androgenetische Alopezie, also der erblich bedingte Haarausfall. Bei Frauen wird er oft auch als weiblicher Haarausfall vom Muster-Typ bezeichnet. Er kann bereits in den Zwanzigern beginnen, tritt aber besonders häufig nach den Wechseljahren auf. Eine familiäre Häufung ist typisch, wobei die Veranlagung von beiden Elternteilen stammen kann.


Was im Haarfollikel passiert

Bei dieser Form reagieren die Haarfollikel am Oberkopf empfindlich auf männliche Hormone, die auch im weiblichen Körper in kleinen Mengen vorkommen. Die Wachstumsphase der Haare wird dadurch mit jedem Zyklus etwas kürzer. Gleichzeitig schrumpfen die Follikel allmählich, ein Vorgang, der als Miniaturisierung bezeichnet wird. Die nachwachsenden Haare sind dünner, heller und erreichen nicht mehr ihre frühere Länge.

Wichtig ist, dass die Hormonwerte im Blut dabei meist völlig normal sind. Entscheidend ist nicht die Menge der Hormone, sondern die Empfindlichkeit der Follikel. Deshalb lässt sich der erblich bedingte Haarausfall in den meisten Fällen nicht durch eine Blutuntersuchung beweisen. Er wird anhand des Musters, der Vorgeschichte und der Untersuchung der Haare selbst erkannt.

Der erblich bedingte Haarausfall ist bei Frauen häufiger, als viele vermuten. Er betrifft keineswegs nur ältere Frauen, sondern beginnt nicht selten schon zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr, oft unbemerkt. Weil Frauen ihr Haar meist länger tragen und anders frisieren als Männer, fällt die Veränderung später auf. Bis sie sichtbar wird, ist ein Teil der Dichte oft schon verloren.


Typische Muster und Stadien

Fachleute beschreiben den Verlauf in Stadien. Am Anfang steht eine leichte Verbreiterung des Scheitels, die oft nur bei bestimmten Frisuren oder starkem Licht auffällt. Im weiteren Verlauf wird die Ausdünnung über dem Oberkopf deutlicher, und die Kopfhaut ist auch bei normaler Beleuchtung zu sehen. In fortgeschrittenen Stadien wirkt der gesamte Oberkopf licht, während die Ränder dichter bleiben.

Der Verlauf ist bei Frauen meist langsamer als bei Männern und verläuft oft in Schüben. Phasen, in denen sich kaum etwas verändert, wechseln mit Phasen, in denen die Ausdünnung schneller voranschreitet, etwa nach einer Schwangerschaft, einer Erkrankung oder in den Wechseljahren. Eine vollständige Glatze entsteht bei Frauen nur sehr selten, doch die Belastung durch das veränderte Aussehen ist oft groß.


Andere Ursachen, die ähnlich aussehen

Nicht jeder breitere Scheitel ist erblich bedingt. Mehrere andere Ursachen können ein ähnliches Bild erzeugen oder einen bestehenden erblichen Haarausfall verstärken. Für die Behandlung ist diese Unterscheidung entscheidend, denn manche dieser Ursachen lassen sich gezielt beheben, während andere eine langfristige Therapie erfordern. Häufig liegen auch zwei Ursachen gleichzeitig vor und überlagern sich.


Diffuser Haarausfall nach Belastungen

Beim sogenannten telogenen Effluvium gehen plötzlich deutlich mehr Haare aus als gewohnt, oft büschelweise beim Waschen oder Kämmen. Auslöser sind etwa eine fieberhafte Erkrankung, eine Operation, eine Geburt, starker Gewichtsverlust oder eine anhaltende seelische Belastung. Der Haarausfall setzt typischerweise zwei bis drei Monate nach dem Auslöser ein und betrifft den gesamten Kopf, am Scheitel fällt er aber zuerst auf.

Auch ein Eisenmangel oder eine Funktionsstörung der Schilddrüse können zu diffusem Haarausfall führen. Anders als beim erblichen Haarausfall sind die verbliebenen Haare dabei meist nicht deutlich dünner, es sind einfach weniger. Wird die Ursache behoben, wachsen die Haare in vielen Fällen innerhalb einiger Monate nach. Allerdings kann ein solcher Schub einen bis dahin unbemerkten erblichen Haarausfall sichtbar machen.


Hormonelle Störungen

Treten zusätzlich Zyklusstörungen, unreine Haut oder eine vermehrte Behaarung an Kinn, Oberlippe oder Körper auf, kann eine hormonelle Störung dahinterstehen, etwa ein Syndrom polyzystischer Ovarien. In diesen Fällen sind die männlichen Hormone im Blut tatsächlich erhöht. Dann gehört die Abklärung in gynäkologische oder endokrinologische Hände, weil die Behandlung der Grunderkrankung auch dem Haar zugutekommt.


Haarausfall durch Zug und Entzündung

Straff gebundene Zöpfe, Extensions oder enge Pferdeschwänze können über Jahre einen Zughaarausfall verursachen, der meist am Haaransatz und an den Schläfen beginnt. Seltener stecken entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut dahinter, die mit Rötung, Schuppung, Brennen oder Juckreiz einhergehen und die Follikel dauerhaft schädigen können. Solche Veränderungen sollten früh dermatologisch beurteilt werden, weil verlorene Follikel nicht zurückkehren.


Wie sich die Ursache klären lässt

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Wann hat die Veränderung begonnen, verlief sie langsam oder plötzlich, gab es Auslöser wie eine Geburt, eine Erkrankung oder eine Diät, wie sieht es in der Familie aus. Auch Medikamente, Verhütung, Zyklus und die Haarpflege gehören dazu. Aus diesen Angaben ergibt sich oft schon eine klare Richtung, bevor die Kopfhaut überhaupt angesehen wird.

Ergänzend kann ein Zupftest Hinweise geben. Dabei wird eine kleine Strähne zwischen den Fingern vorsichtig gezogen und gezählt, wie viele Haare sich lösen. Lösen sich auffällig viele Haare, spricht das für einen akuten, diffusen Haarausfall. Beim erblichen Haarausfall fällt dieser Test dagegen oft unauffällig aus, weil die Haare zwar dünner werden, aber nicht vermehrt ausfallen.

Bei der Untersuchung wird die Kopfhaut mit einem Auflichtmikroskop vergrößert betrachtet, ein Verfahren, das Trichoskopie heißt. Beim erblichen Haarausfall sieht man dabei Haare sehr unterschiedlicher Dicke nebeneinander, weil ein Teil der Follikel bereits geschrumpft ist. Beim diffusen Haarausfall sind die Haare dagegen gleichmäßig dick. Ein Vergleich von Scheitel und Hinterkopf zeigt, ob sich die Dichte zwischen beiden Bereichen unterscheidet.

Blutuntersuchungen ergänzen das Bild, insbesondere der Ferritinwert als Maß für die Eisenspeicher und der Wert für die Schilddrüsenfunktion. Hormonbestimmungen sind sinnvoll, wenn es Hinweise auf eine hormonelle Störung gibt. Fotos des Scheitels unter gleichen Bedingungen, also mit gleichem Licht, gleicher Frisur und gleichem Abstand, sind ein einfaches und sehr hilfreiches Mittel, um den Verlauf später objektiv beurteilen zu können.


Was man selbst beobachten kann

Wer unsicher ist, ob sich am Scheitel tatsächlich etwas verändert, kann selbst einige Beobachtungen sammeln. Hilfreich ist ein Foto des Scheitels alle drei Monate, immer am selben Ort und bei gleicher Beleuchtung. Auch die Dicke des Zopfes, gemessen mit einem Maßband, verändert sich bei einer Ausdünnung über die Zeit. Solche einfachen Werte machen schleichende Veränderungen sichtbar.

Weniger aussagekräftig ist das Zählen ausgefallener Haare. Die Menge schwankt von Tag zu Tag, hängt vom Waschrhythmus ab und sagt beim erblichen Haarausfall wenig aus, weil dort nicht der Verlust, sondern die Verfeinerung im Vordergrund steht. Wer allerdings über Wochen deutlich mehr Haare verliert als gewohnt, sollte das ernst nehmen und ärztlich abklären lassen.

Sinnvoll ist auch, auf Begleiterscheinungen zu achten. Veränderungen des Zyklus, neue Hautunreinheiten, ungewohnte Müdigkeit, Frieren oder eine deutliche Gewichtsveränderung können Hinweise auf eine Ursache sein, die über das Haar hinausgeht. Solche Beobachtungen sollten zum Arzttermin mitgebracht werden, am besten schriftlich, weil sie im Gespräch sonst leicht vergessen werden.


Behandlung mit Medikamenten

Der am besten untersuchte Wirkstoff für Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall ist Minoxidil, das als Lösung oder Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen wird. Es verlängert die Wachstumsphase und kann geschrumpfte Follikel teilweise wieder kräftigere Haare bilden lassen. Eine Wirkung zeigt sich frühestens nach drei bis sechs Monaten, und in den ersten Wochen kann es vorübergehend zu verstärktem Ausfall kommen.

Minoxidil wirkt nur, solange es angewendet wird. Wird es abgesetzt, geht der erzielte Effekt innerhalb einiger Monate wieder verloren. In ausgewählten Fällen kommt eine niedrig dosierte Einnahme als Tablette in Betracht, die allerdings außerhalb der Zulassung erfolgt und ärztlich begleitet werden muss. Antiandrogen wirkende Medikamente können bei bestimmten Frauen sinnvoll sein, sind aber während einer Schwangerschaft ausgeschlossen.

Finasterid, das bei Männern häufig eingesetzt wird, ist für Frauen im gebärfähigen Alter nicht geeignet, weil es die Entwicklung eines männlichen Kindes stören kann. Auch Behandlungen mit Eigenblut, also PRP, werden bei Frauen eingesetzt, wobei die Studienlage uneinheitlich ist. Nahrungsergänzungsmittel helfen nur, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt. Ohne Mangel lässt sich durch zusätzliche Vitamine kein Haarwachstum erzwingen.


Kaschieren und optische Verdichtung

Neben der Behandlung spielt das Kaschieren eine wichtige Rolle, gerade in der Zeit, bis Medikamente wirken. Ein Wechsel der Scheitelseite, ein Zickzackscheitel oder ein etwas kürzerer, gestufter Schnitt können die Kopfhaut am Scheitel deutlich weniger sichtbar machen. Farbige Puder oder Streuhaar in der passenden Haarfarbe verringern den Kontrast zwischen Haar und Kopfhaut zusätzlich.

Eine dauerhafte Möglichkeit ist die Haarpigmentierung, bei der feine Farbpunkte in die oberste Hautschicht eingebracht werden. Bei längerem Haar erzeugt sie keine Haare, sondern verringert den Kontrast am Scheitel, sodass die vorhandenen Haare dichter wirken. Sie ersetzt keine Behandlung der Ursache, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn die Ausdünnung stabil ist und das Erscheinungsbild optisch ruhiger werden soll.

Haarteile, die mit kleinen Clips am Oberkopf befestigt werden, sind eine weitere Möglichkeit, wenn die Ausdünnung bereits fortgeschritten ist. Sie lassen sich passend zur eigenen Haarfarbe und Struktur anfertigen. Wichtig ist, dass die Befestigung nicht dauerhaft an denselben Haaren zieht, weil sonst ein zusätzlicher Zughaarausfall entstehen kann, der die Situation am Scheitel weiter verschlechtert.


Wann eine Haartransplantation bei Frauen in Frage kommt

Eine Haartransplantation verlagert vorhandene Haarwurzeln vom Hinterkopf an eine lichte Stelle. Das setzt voraus, dass der Hinterkopf selbst ausreichend dicht und stabil ist. Genau das ist bei Frauen häufig nicht der Fall. Beim weiblichen Haarausfall vom Muster-Typ ist die Ausdünnung oft so diffus, dass auch der Spenderbereich betroffen ist. Dann würden Haare von einer schwachen Stelle an eine andere schwache Stelle versetzt.

Geeignet sind eher Frauen mit einer klar begrenzten Ausdünnung, einem stabilen Verlauf über längere Zeit und einem dichten Hinterkopf, dessen Haare unter dem Mikroskop keine Miniaturisierung zeigen. Auch ein hoher Haaransatz, Narben oder ein Zughaarausfall an den Schläfen können gut auf eine Transplantation ansprechen. Was bei der Haartransplantation bei Frauen im Einzelnen zu beachten ist, hängt deshalb stark vom Befund ab.

Auch nach einer Transplantation schreitet der erbliche Haarausfall an den nicht behandelten Haaren weiter fort. Deshalb wird eine Transplantation bei Frauen fast immer mit einer medikamentösen Behandlung kombiniert. Eine seriöse Beratung benennt offen, wenn eine Transplantation im eigenen Fall nicht sinnvoll ist. Das gehört zu einer ärztlichen Einschätzung ebenso dazu wie die Beschreibung dessen, was möglich ist.


Fazit: Ein breiterer Scheitel braucht zuerst eine klare Ursache

Ein zunehmend breiterer Scheitel ist bei Frauen meist Ausdruck eines erblich bedingten Haarausfalls, bei dem die Haare über Jahre feiner werden. Ähnlich aussehen können aber auch ein diffuser Haarausfall nach Belastungen, ein Eisenmangel, eine Schilddrüsenstörung oder eine hormonelle Erkrankung. Gespräch, Trichoskopie und gezielte Blutwerte klären in den meisten Fällen, welche Ursache vorliegt und welche Behandlung dazu passt.

Medikamente wie Minoxidil können den Verlauf bremsen und die Dichte verbessern, wirken aber nur bei dauerhafter Anwendung. Kaschieren und Haarpigmentierung helfen optisch, eine Transplantation kommt nur bei einem kleinen Teil der Frauen in Betracht. Wer wissen möchte, welche Ursache im eigenen Fall wahrscheinlich ist und welche Wege sinnvoll sind, kann ein Gespräch über die Kontaktseite vereinbaren.

Nicht jede Frau bemerkt den Haarverlust zuerst am Scheitel, manchmal fällt eher auf, dass der Zopf schmaler wird oder das Haar insgesamt an Fülle verliert. Wie sich feiner werdendes Haar von echtem Haarverlust unterscheiden lässt, beschreibt der Beitrag Haare werden dünner bei Frauen: Weniger Haare oder feinere Haare.


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